Preisratgeber Badezimmer
Badsanierung: Kosten pro m², Ablauf und Spartipps
Was kostet ein neues Bad? Wir zeigen realistische Preisspannen für Teil- und Komplettsanierungen, die größten Kostentreiber und wo Sie sinnvoll sparen können.

Inhaltsverzeichnis
Ein neues Bad steigert Wohnkomfort und Immobilienwert – und gehört zugleich zu den aufwendigsten Renovierungsprojekten im Haus. Denn auf wenigen Quadratmetern arbeiten bis zu fünf Gewerke zusammen. Wie viel Sie investieren müssen, hängt vor allem vom Umfang des Rückbaus und von der Ausstattung ab.
Kosten auf einen Blick
| Projekt | Typische Kosten |
|---|---|
| Teilsanierung (z. B. Wanne durch Dusche ersetzen) | ca. 4.000 – 10.000 € |
| Komplettsanierung 6–8 m², mittlere Ausstattung | ca. 15.000 – 30.000 € |
| Barrierefreier Badumbau | ca. 10.000 – 25.000 € |
| Richtwert Komplettsanierung je m² | ca. 1.800 – 3.500 € |
Wie sich die Kosten zusammensetzen
Bei einer Komplettsanierung entfällt ein großer Teil des Budgets auf Arbeiten, die man später nicht mehr sieht:
- Rückbau & Entsorgung: alte Fliesen, Sanitärobjekte, ggf. Estrich
- Sanitärinstallation: neue Wasser- und Abwasserleitungen, Vorwandelemente
- Elektroinstallation: Stromkreise, Steckdosen, Beleuchtung, ggf. Lüfter
- Abdichtung & Estrich: fachgerechte Verbundabdichtung in Dusch- und Spritzwasserbereichen
- Fliesenarbeiten: Material und Verlegung – je nach Format und Fläche ein großer Posten
- Sanitärobjekte & Armaturen: WC, Waschtisch, Dusche, Wanne, Armaturen, Accessoires
Die größten Kostentreiber
Bodengleiche Dusche
Eine Dusche ohne Schwelle ist komfortabel und barrierefrei. Sie braucht aber genug Aufbauhöhe für das Gefälle. In Altbauten mit Holzbalkendecken ist das manchmal nur mit Aufwand umsetzbar – etwa mit flachen Ablaufsystemen oder einer Pumpe.
Fliesenformat und Fläche
Großformatige Fliesen wirken edel und haben wenige Fugen, erfordern aber einen sehr ebenen Untergrund und mehr Arbeitszeit. Raumhoch geflieste Wände kosten deutlich mehr als eine Verfliesung nur im Spritzwasserbereich.
Leitungsführung
Bleiben WC, Waschtisch und Dusche an ihren Positionen, sparen Sie Geld. Jede Verlegung bedeutet neue Leitungen, Schlitze oder Vorwände.
Ablauf einer Komplettsanierung
- Bestandsaufnahme und Planung (inkl. Leitungen und Elektrik)
- Rückbau bis auf den Rohbau
- Rohinstallation von Sanitär und Elektro
- Estrich ausbessern, Abdichtung, Trocknung
- Fliesenarbeiten
- Endmontage von Sanitärobjekten, Armaturen und Leuchten
- Abnahme mit Protokoll
Wo Sie sinnvoll sparen können
- Positionen beibehalten: Keine Verlegung von WC und Abfluss.
- Teilverfliesung: Nur Spritzwasserbereiche fliesen, übrige Wände mit feuchtraumgeeignetem Putz oder Farbe.
- Standardgrößen wählen: Sanitärobjekte in gängigen Maßen sind günstiger und später leichter zu ersetzen.
- Eigenleistung beim Rückbau: Nur nach Absprache mit dem Betrieb – Gewährleistung und Entsorgung klären.
Sparen Sie dagegen nicht an der Abdichtung und an der Qualität der Armaturen: Wasserschäden und tropfende Armaturen kosten später ein Vielfaches.
Förderung und Steuern
Für einen altersgerechten Umbau kann die Pflegekasse bei anerkanntem Pflegegrad einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gewähren; zudem gibt es KfW-Kredite für barrierereduzierende Maßnahmen. Für Handwerkerleistungen ohne Förderung ist eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG möglich. Mehr zum barrierefreien Bad lesen Sie in unserem Ratgeber Barrierefreies Bad planen.
Häufige Fragen
Für eine Komplettsanierung mit mittlerer Ausstattung sind etwa 1.800 bis 3.500 € pro m² realistisch. Kleine Bäder sind pro Quadratmeter oft teurer, weil die teuren Elemente auf wenig Fläche konzentriert sind.
Eine Komplettsanierung dauert typischerweise zwei bis vier Wochen, eine Teilsanierung oft nur wenige Tage.
Für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt können Sie 20 % der Arbeitskosten bis maximal 1.200 € Steuerermäßigung pro Jahr geltend machen (§ 35a EStG), sofern keine öffentliche Förderung für dieselbe Maßnahme genutzt wird.



